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Gekocht & gegessen

Hier kannst du etwas über die Esskultur unserer Heimat erfahren und in alten Kochrezepten schmökern. Hast du gewusst, dass der Bayerische Wald bis in die 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts Notstandsregion war und "das Armenhaus Bayerns" genannt wurde?

 

Die Kost der Waidler war gezwungenermaßen einfach, dennoch versuchte man, sie so kräftig und nahrhaft wie möglich zu machen.
Morgens gab es mit Mehl gebundene Milchsuppe, im Herbst/Winter die saure Hirgstsuppe mit Erdäpfeln (Kartoffeln), mittags verschiedene Arten von Kartoffel- oder Mehlspeisen, abends Getreidebrei („an Kornbree“) mit saurer Milch oder Hirse- oder Reisbrei, geröstete (gretzte) Erdäpfel und Milchsuppe, in die Roggenbrot eingebrockt wurde.


Nur an den Sonntagen und Feiertagen kam Fleisch mit Brotknödeln oder Kartoffelknödeln auf den Tisch. An Gemüse gab es im Sommer Salat und Kohlrabi, im Winter Sauerkraut, rote Beete und gelbe Rüben.


An Weihnachten und Ostern, wenn eine fette Sau geschlachtet wurde, gab es Schweinebraten, Surbraten und die unvermeidlichen Ritschiknödel (Kartoffelknödel) oder gebackene Knödel, auch Leber- und Blutwürste und Presssack. Dies waren besondere Gaumenfreuden für den Waidler.


Feinere Wurstarten kannte man nicht, wie nachstehendes Zwiegespräch zweier Waldbauern besagt:

„Du, Bratwürst hand guad!“ – „Hast du scho oa ghod?“ – „Na, i ned, aber mein’ Vodern sein‘ Vodern sei‘ Uröl (Urgroßvater), der hod oan kennt, der wiar oan oa ess’n hod gsehng!“


Nach der Rückkehr von der Christmette, so um 3 Uhr früh, wurden die sogenannten „Mettenwürste“ aufgetischt (Blut- und Leberwürste mit Sauerkraut) und mit großem Appetit verzehrt, denn der Weg zur Kirch ins Pfarrdorf war oft weit – nicht selten eine gute Gehstunde, bei Schnee und grimmiger Kälte anstrengend und ermüdend!


Erdäpfel durften nie fehlen! Erst seit es diese gab, hatten die Hungersnöte ein Ende.

 

Eapfe in da Früah
Mittags in da Brüah
Af d’Nacht mit da Schüah
Eapfe in Ewigkeit!

 

 

 

 

Datenquelle: alles in einem Topf - Frauenbund Bodenmais